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Rotkäppchen kommt aus China

Rotkäppchen kommt aus China

Frankfurt (In House) 38 Mädchen und Jungen aus China sind zurzeit in Frankfurt zu Gast. Schon beim Hansestadtfest erfreuten sie mit ihren Bühnenauftritten. Im Kleist Forum haben sie am Dienstag gemeinsam mit Frankfurter Kindern Theater gespielt.

Es wird viel improvisiert an diesem Nachmittag ganz oben im Kleist Forum. Denn der eigentlich geplante Workshop am Vormittag, bei dem die künstlerische Leiterin des Kleist Forums, Petra Paschinger, und Disponent Thomas Bosowski mit den Gästen aus China drei deutsche Märchen einstudieren wollten, fand nicht statt. Die Mädchen und Jungen standen zu dieser Zeit in Slubice auf der Bühne, sangen und tanzten.

Ein wenig müde und geschafft, auch wegen der Hitze, kamen die Kinder und ihre Begleiter im Kleist Forum an. Doch als dort die beiden Theaterleute mit ihnen Übungen begannen, die auch in Deutschland viele Ensembles absolvieren, bevor sie auf die Bühne gehen, war davon schon nicht mehr viel zu merken. Jeder für sich und doch alle gemeinsam erkundeten die Kinder den Raum, indem sie ihn durchschritten, mal ganz leise, dann laut trampelnd, rückwärts gehend, in der Hocke oder auf Zehenspitzen. Dann fanden sie sich zu zweit zusammen, um sich mit geschlossenen Augen gemeinsam zu bewegen. „Wir machen das, um gemeinsam Energie aufzubauen und Vertrauen in den anderen zu entwickeln“, erklärt Thomas Bosowski.

Doch dann steht endlich Rotkäppchen auf dem Programm. Ein Märchen, das auch in China bekannt ist, sodass Petra Paschinger gar nicht viel erklären muss. In kleinen Gruppen zu viert studieren die Kinder einfache Szenen ein, in denen sie viel mit Gesten erzählen, sodass die Sprache sekundär ist.

Als ein wahres Naturtalent erweist sich zum Beispiel der 13-jährige Chen Hang Jang, der in seiner Gruppe nicht nur den Wolf spielt, sondern auch gleich die Regie übernimmt. „Action“ ruft er und die neunjährige Wang Si Yi hüpft als Rotkäppchen fröhlich über eine Wiese, die eigentlich ein Parkett ist, und pflückt Blumen. Später, wenn die beiden und ihre Mitspieler, ein deutsches und ein chinesisches Mädchen, ihre Version der Geschichte als erste den anderen und einigen Gästen vorspielen, wissen alle, was da gesagt und gespielt wird, auch wenn sie nicht die Sprache des anderen verstehen. So deutlich sind die Gesten und Bewegungen, so spontan die Einfälle der jungen Akteure. Die Zuschauer lachen immer wieder und am Ende gibt es tosenden Applaus.

Natürlich werden auch die drei anderen Gruppen so belohnt. Und die Kinder, die nicht mitgespielt haben, singen für die Schauspieler zum Dank einige ihrer Lieder. Vom Theaterspielen in Deutschland haben alle etwas mitbekommen. Und vielleicht werden einige von ihnen zu Hause ja auch mal wieder in Grimms Märchen lesen.

Ein weiteres Erlebnis in Deutschland und an der Oder, das den Kindern aus China in Erinnerung bleiben wird.

Auf einige schöne Fotos von hier werden sie allerdings womöglich verzichten müssen. Denn leider hat eine der Frauen ihren Fotoapparat beim Hansestadtfest verloren. Das ist vor allem wegen der vielen Bilder so traurig. Deshalb hoffen alle sehr, dass sich der ehrliche Finder vielleicht bei der MOZ meldet, den Apparat hier abgibt oder in der Redaktion anruft.

Autor: Karin Sandow (Märkische Oderzeitung), © Foto: Heinz Köhler / Uhr

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